Tages

Tages-Anzeiger, 11.06.2001

Treffpunkt für Glückspilze und Pechvögel

Wunderliches, Allzu- menschliches, aber auch Trauriges ereignet sich hier fast täglich: Das Fundbüro ist eine wahre Fundgrube für Geschichten aller Art.

Von Conny Schmid

Eigentlich, sagt Daniela Baldauf, eigentlich wundere sie gar nichts mehr. Verständlich. Die Leiterin des städtischen Fundbüros arbeitet seit acht Jahren dort, und ein Augenschein beweist: Es gibt wirklich nichts, was man nicht liegen lassen könnte. Angefangen bei zahllosen Kleidungsstücken, Schuhen, Taschen, Schirmen, Portemonnaies, Schlüsseln, Foto- und Videokameras oder Handys bis hin zum Bügeleisen, Bügelbrett, dem Kinderwagen, dem Gebiss, einem Harmonium, einem Schaukelpferd und gar einem Sofa. Das Sofa habe jemand im Tram stehen lassen. Das öffentliche Verkehrsmittel als Entsorgungsstelle.

Zwischen 12 000 und 15 000 Fundstücke liegen, stehen und hängen derzeit im fein säuberlich geordneten Lager des Fundbüros. Bargeld im Wert von 156 000 Franken landete im vergangenen Jahr hier. Was im Tram oder im Bus gefunden worden ist mit einer blauen, alles was von der Polizei angeliefert wird mit einer weissen, der Rest mit einer rosaroten Etikette versehen. Die Kunden - bisweilen leicht verstört wirkend - geben sich die Klinke in die Hand. Zwischen 150 und 200 Vergessliche oder Findige pilgern täglich an die Werdmühlestrasse 10 ins Amtshaus III. Manche brechen vor Freude in Tränen aus, wenn sie ihren Geldbeutel samt Ausweisen wiedererhalten, andere jauchzen erst draussen vor der Tür. Einige verlassen das Büro aber auch wütend, weil ihre verlorene Uhr oder ihre Lieblingstasche nicht abgegeben wurde.

Den sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Fundbüros ist jedenfalls kaum eine ruhige Minute vergönnt. Ist einmal keiner da, der bedient werden will, klingelt das Telefon. Oder die vom Tramdepot angelieferten Gegenstände müssen erfasst und eingeordnet werden. Etwa die Hälfte der Fundstücke holen die zerstreuten Besitzer wieder ab. Der Rest landet früher oder später entweder im Müll oder kommt unter den Hammer.

Zweite Gant im Internet

Neuerdings auch auf dem elektronischen Weg. Im März führte das Fundbüro die erste Versteigerung via Internet durch - mit grossem Erfolg. Sogar ein Abfallsack mit Kleidern ging für 50 Franken weg, obwohl der Inhalt auf dem Foto nicht gezeigt wurde. Die Internetgant wird jetzt wiederholt: Im Juli kann unter www.netauc.ch wieder mitgeboten werden. Löst das Web die traditionelle Gant an der Zähringerstrasse bald ab? "Nein. Die Internetgant ist als Ergänzung gedacht", winkt Daniela Baldauf ab. Selbiges mag für eine neue Dienstleistung

im Internet gelten: Wer künftig unter www.fundbuero.ch unter dem Stichwort "ZH-Stadt" eine Verlustmeldung eintippt, macht damit gleichzeitig auf dem städtischen Fundbüro eine Verlustanzeige. Der Vorteil: Der Weg ins Amtshaus bleibt einem erspart und die Meldung ist von jedermann abrufbar.

Dass viele den direkten Kontakt im Büro dem Internet vorziehen, ist zu hoffen. Denn manch kuriose Geschichte würde sonst Daniela Baldauf entgehen. Zu Ohren gekommen sind ihr schon viele. Zum Beispiel jene mit der Aktentasche, die eines Tages vorbeigebracht wurde. Als Daniela Baldauf sie öffnete, stiess sie zwischen den Akten auf zehn Tausendernoten. Die Aufregung war gross, und als der glückliche Besitzer die Tasche abholte, wuchs sie noch: "Es stellte sich heraus, dass ihm die Tasche gestohlen worden war. Doch der Dieb hatte das Geld nicht bemerkt und das Raubgut achtlos stehen lassen." Glück muss man haben. Genauso wie jene gut betuchte Dame aus Düsseldorf, die ihre mit Diamanten besetzte Brosche verloren hatte. Das Schmuckstück im Wert von rund 30 000 Franken wurde vom ehrlichen Finder aufs Fundbüro gebracht - und nicht abgeholt. So begannen die Fundbüro-Mitarbeiter selber zu recherchieren und machten die Besitzerin via Bijoutier-Stempel ausfindig. Worauf die Dame mit Chauffeur eigens in die Limmatstadt reiste, um das wertvolle Stück abzuholen und sich zu bedanken. Weniger dankbar zeigte sich derweil ein Junge, der seine Jacke hatte liegen lassen. Als seine Mutter mit ihm aufs Fundbüro kam, behauptete der Kleine steif und fest, die Jacke gehöre gar nicht ihm. Die Mutter aber war sich ihrer Sache sicher und meinte bloss: "Ich weiss, dass du sie nicht gerne trägst."

Geld weg, Pläne futsch

Ganz anders ein Algerier, der viel drum gegeben hätte, sein Portemonnaie wiederzukriegen. Er hatte sich während seines Aufenthalts in der Schweiz rund 30 000 Franken zusammengespart, mit denen er sich in seiner Heimat eine neue Existenz aufbauen wollte. Doch er trug die Scheine ständig auf sich - und hat seinen Geldbeutel eines Tages prompt verloren. "Er kam während Wochen immer wieder, doch das Portemonnaie wurde nie bei uns abgegeben. Seine ganzen Zukunftspläne waren zerstört. Das mitzuerleben, ging mir ans Herz", sagt Daniela Baldauf. Ans Herz gewachsen sind den sechs Fundbüro-Angestellten auch die vier oder fünf "Stammkunden", die immer wieder etwas verlieren und alle paar Monate am Schalter stehen. "Wir kennen sie schon beim Namen, und wenn einer von ihnen längere Zeit nicht mehr kommt, mache ich mir Sorgen", erzählt Daniela Baldauf.

 

CASH, 02.05.2000

IT-Tipps

Site-Seeing

Fundbuero.ch

Bereits das erste Produkt der Firma The Key Company, die Schlüsselfundstelle Keyfinder, stiess auf reges Interesse. Jetzt hat das Unternehmen das erste virtuelle Fundbüro der Schweiz eingerichtet, mit dem Gedanken, dass die Finder nur dann etwas zurückgeben, wenn sie ihren Fund einfach und unkompliziert bei einer zentralen Anlaufstelle melden können. Zwar erinnert der Jargon der Site sehr an die Wettbewerbe von Billigversandhäusern, die Idee eines Schweizer Online-Fundbüros ist jedoch ausgezeichnet und wird mit Sicherheit ein Erfolg. (sd) www.fundbuero.ch

Publikations-Datum: 20000205
Seite: 44
Zeitungs-Nummer: 30

 

Der Bund, 04.05.2000

Etwas verloren? Ab ins Internet!

Ob der Handy-Besitzer, der sein «Ericsson» am 28. Januar in Bern verloren hat, bald aufatmen kann, ist offen. Auf seine elektronische Verlustanzeige hin hat sich noch niemand gemeldet. Das erste Internet-Fundbüro überhaupt gibts erst seit Mittwoch.

ps. Das Warenhaus deponierts bei der Information, der Gastwirt legts in die Schublade, die SBB und jede grössere Polizeistelle führen eigene Fundbüros. «Es ist ein wahrer Marathon, einen verlorenen Gegenstand wieder zu finden», sagt Sabina Klein. Ein Grossteil der Sachen verstaube irgendwo oder werde versteigert.

Dabei ginge alles viel einfacher, dachte sich die Jungunternehmerin mit Marketingerfahrung, deren Firma «The Key Company» in einem Vertragsverhältnis mit der Schweizer Post eine von insgesamt acht Schlüsselfundstellen in der Schweiz betreibt. Die Erfolgsquote liegt bei über 99 Prozent.

Ermuntert durch diesen Erfolg hat sie nun auf dem Internet ein Fundbüro in Betrieb genommen - das erste in der Schweiz und, so ist sie nach Recherchen überzeugt, das erste weltweit überhaupt. «Es gibt bisher auf der ganzen Welt kein vernünftiges System zur Suche verlorener Sachen», behauptet sie keck. Man müsse seine eigenen Spuren mühsam zurückverfolgen, um überhaupt den Ort des Verlustes ausfindig zu machen. Da biete sich das Internet als neue Suchplattform geradezu an.

Synergien brächte der Einbezug der bestehenden Fundbüros, die einmal pro Woche die Liste der gemeldeten Verluste herunterladen und mit ihrem Bestand vergleichen könnten. Klein hat alle Fundbüros angeschrieben, geantwortet hat keines . . .

Und so gehts: Wer etwas verloren hat, gibt elektronisch eine Verlustanzeige auf - wer etwas findet, meldet dies elektronisch. Für eine Gebühr von 12 Franken bleibt die Anzeige während sechs Monaten gespeichert. Um Missbräuche zu verhindern, werden Fundmeldungen nicht publiziert - die Vergleichskontrolle und die Benachrichtigung der Verlierer ist Sache der Firma. Den Finderlohn dagegen machen Verlierer und Finder direkt unter sich aus.

BLICK, 03.02.2000

Wer sucht, der findet...

· www.fundbuero.ch

Portemonnaies, Regenschirme, falsche Zähne - nichts, was nicht verloren geht. Doch jetzt gibt es das virtuelle Fundbüro. Verlustanzeigen kosten 12 Franken, Fundmeldungen sind gratis. Schönheitsfehler: Bis jetzt liessen sich die offiziellen Fundbüros nicht zum Mitmachen bewegen.

 

FACTS, 09.09.2000

Fundbüro

++ The Key Company aus Ponte Tresa hat im Web ein Fundbüro eröffnet: Dort können verlorene Dinge annonciert werden, es kostet zwölf Franken im Halbjahr. Finder melden sich gratis, Finderlohn ist nicht garantiert.

· www.fundbuero.ch

 


Neue Luzerner Zeitung, 07.02.2000

Online: Erstes Schweizer Internet-Fundbüro nimmt seinen Betrieb auf

Das virtuelle Fundbüro für reale Gegenstände

Mit einem Mausklick sitzt der Surfer im virtuellen Fundbüro. Egal, ob man etwas verloren oder gefunden hat: Das erste Schweizer Internet-Fundbüro hilft weiter.

VON SUSANNE STAHEL

Rudolf Brenneisen ist ein Pechvogel: Erst letzten Monat hat er seinen Schlüsselbund verloren, den mit dem unersetzlichen Anhänger aus der Karibik. Gestern verlor er seine Brieftasche, die lederne von der Freundin. Und das ganze Prozedere beginnt wieder von vorne: Der Gang in die Kälte zum weit entfernten Fundbüro (Brenneisen weiss jetzt wenigstens, wo es ist), das Ausfüllen der Formulare, das Warten. Ab sofort wird alles anders, denn das erste Internet-Fundbüro öffnet seine Pforten unter <www.fundbuero.ch>.

Verlustanzeige im Cyberfundbüro

Im virtuellen Fundbüro kann online eine Verlustanzeige erstellt werden, bei der Ort, Zeitpunkt und Gegenstand beschrieben werden. Genauso kann ein Fundgegenstand beschrieben werden. Und um die Sicherheit braucht sich niemand Sorgen zu machen: Als Kontaktadresse genügt eine E-Mail oder eine Telefonnummer. Um auf den Geschmack gekommenen Findern nicht noch die Hausnummer zum Hausschlüssel zu liefern, wird im Netz nur eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer veröffentlicht. Um ganz sicher zu gehen, kann man die Nummer einer Vertrauensperson angeben.
Sabina Klein arbeitet seit letztem Oktober an ihrem Projekt: «Wenn Sie etwas verloren haben, nervt Sie doch schon nur, dass Sie nicht wissen, ob Sie jetzt im Migros, an der Stehbar oder doch gleich bei der Polizei mit der Suche beginnen sollen», erklärt Sabina Klein, Initiantin dieses Fundbüros: «Ich hatte eines Tages den Geistesblitz, im Internet ein Fundbüro zu gründen. Damit hört die Sucherei endlich auf.»
1997 hat Klein eine Schlüsselfundstelle gegründet. Durch den Erfolg war Klein auf verlorene Gegenstände sensibilisiert. Sabina Klein ist Inhaberin der Firma Key Company und Mitglied des Netzwerks für Einfrauunternehmerinnen (Nefu).

 

CoopZeitung, No. 15/2000

Fundbüro
Sie haben Ihr Portemonnaie oder sonst einen Gegenstand verloren? Neu können Sie im Internet Ihren Verlust melden. Eine solche Anzeige auf der Website der Key Company kostet 12 Franken (exklusive Mehrwertsteuer). Ihre Suchanzeige wird laufend mit den Fundmeldungen verglichen. Diese sind natürlich gratis.


Espresso (Special IT) August 2000

Bahn frei!

Auch für Neu- und Quer-Einsteigerinnen

Ein Studium ist nur ein Weg in die IT-Welt - und nicht einmal der häufigste. Viel öfter kommt man - oder frau - auf Umwegen zur Informatik

Von Regula Steinmann-Feller

Zum Beispiel Sabina Klein. Sie liess sich von den Möglichkeiten der neuen Technologien so sehr faszinieren, dass sie das World Wide Web nicht nur als Hobby, sondern auch beruflich nutzen wollte: "Das Internet eröffnet ganz neue Dimensionen. Informationsbeschaffung, -vermittlung und -austausch wird in bis anhin unerreichter Schnelligkeit möglich", erklärt die 40-jährige gelernte Werbeberaterin ihre Faszination (s. auch Interview).

Im Februar hat Sabina Klein mit www.fundbuero.ch das erste virtuelle Fundbüro eröffnet. Die Gestaltung der Website hat sie einem Webdesigner überlassen, weil diese dreisprachig und mit einer grossen Datenbank verknüpft sein musste. Ihr nächstes Projekt, das sie von A bis Z selber machen möchte, hat sie aber bereits im Kopf - unter www.wiederfinden.ch wird all das gesucht werden können, was nicht ins Fundbüro passt: von der fehlenden Kaffeetasse des Sonntagsgeschirrs und der langgesuchten Schallplatte bis hin zu entlaufenen Tieren und alten Bekannten.

 

 

Interviews

(ff. Espresso, August 2000)

IT- Land ohne Grenzen für innovative Köpfe

Frau Klein, wie lange sind Sie schon im IT-Bereich tätig?

Als Arbeitsinstrument nutze ich das Internet seit meiner Firmengründung 1997. Mit meiner eigenen Website bin ich jedoch erst seit dem 2.2.2000 online.

Wie sieht Ihre Tätigkeit aus?

Zu meinen Aufgaben gehört das konzeptionelle Projektieren und ständige Aktualisieren unserer fundbuero-Website sowie natürlich die Überwachung aller Anzeigen und die tägliche persönliche Beantwortung von Mails. Aber eigentlich bin ich General Manager im wahrsten Sinn des Wortes, was heissen will, dass ich immer für alles und an allem interessiert bin und es nichts gibt, was mich nichts angeht.

Was gefällt Ihnen besonders an der Arbeit im IT-Bereich?

Am meisten interessieren mich die Bereiche, wo sich Möglichkeiten auftun, die mit keinem anderen Instrument erreicht werden können. Ich überlege mir oft: Was kann fast nur über das Internet funktionieren? - und genau so kam ich auch auf die Idee des virtuellen Fundbüros. Denn eine Verlustanzeige vom eigenen Sessel aus zu platzieren, ohne Herumrennen und Stress, und erst noch die Möglichkeit zu haben, viel mehr Leute zu erreichen, das ist eine echte Innovation. Die grösste Hürde ist es, den notwendigen Bekanntheitsgrad zu erreichen - denn nur dann können die immensen Möglichkeiten auch wirklich umgesetzt werden.

Weshalb sind Sie in die IT-Branche eingestiegen?

Es war die Idee mit dem Fundbüro, welche mich wie ein Blitz traf und nicht mehr losliess. Die besten Ideen sind immer die einfachsten.

Und wie sind Sie eingestiegen, welche Aus- oder Weiterbildungen haben Sie gemacht?

Als Werbeberaterin habe ich gelernt, strategisch zu denken. Wer das kann, hat fast in jedem Bereich Aussicht auf Erfolg. Spezifische Informatik-Lehrgänge habe ich nicht absolviert. Angefangen beim Surfen bis hin zu Gestalten einer Homepage habe ich mir alles autodidaktisch an meinem Heimcomputer beigebracht.

Welchen Tipp würden Sie einer Freundin geben, die sich für eine Tätigkeit im IT-Bereich interessiert?

Just do it !

 

Smile, März 2000

Hallo

Sabina Klein,

wie geht’s ?

Mir geht es super, ich bin aber leicht gestresst und angespannt.

Warum sind Sie leicht gestresst?

Weil ich seit Monaten an meinem Projekt Internetfundbüro gearbeitet habe und der Service dieser Tage online geht. Es kann jetzt alles passieren, vom riesigen Erfolg bis zum totalen Flop. Ich kann mich dabei auf keinerlei Erfahrungen abstützen.

Was ist ein virtuelles Fundbüro?

Im virtuellen Fundbüro meiner Firma The Key Company kann online eine Verlustanzeige erstellt oder ein Fundgegenstand beschrieben werden.

Genügen unsere reellen Fundbüros nicht?

Wenn Sie etwas verloren haben, nervt es Sie doch, dass Sie nicht wissen, ob Sie jetzt in der Migros, an der Stehbar oder doch gleich bei der Polizei mit der Suche beginnen sollen. Es gibt schlicht zu viele Fundstellen und keine vernünftiges Suchsystem. Ein einziges auf dem Internet wäre besser.

Und wer ist die Key Company?

Das ist meine erste Firma. 1997 habe ich eine Schlüsselfundstelle gegründet, die bestens funktioniert und die jetzt im virtuellen Fundbüro integriert wurde. Bei meiner Arbeit mit der Schlüsselfundstelle habe ich erlebt, wie wichtig ein einfach organisiertes System ist, damit der Finder überhaupt etwas zurückgibt und weiss wo. So bin ich auf die Idee des virtuellen Fundbüros für die Schweiz gekommen. Jeder kann von zuhause aus an einem Ort schauen, was verloren wurde, und der Finder kann sofort reagieren.

Sie haben im Netz internationale Konkurrenz?

Internationale Fundbüros sind keine Konkurrenz, weil ein solches den Menschen zu gross und anonym ist. Wenn man etwas verloren hat, ist es sinnvoll, innerhalb der eigenen Landesgrenzen zu suchen.

Wann surften Sie zum letzten Mal?

Ich finde neben dem Beruf und den zwei Kindern wenig Zeit für Ausflüge ins Internet. Abends, wenn ich Zeit zum Surfen hätte, ziehe ich ein Gespräch mit meinem Partner, ein gutes Buch oder einen TV-Krimi dem Internet vor.

Sie sind also gar keine rege Internetbenützerin?

Das System des Internets finde ich ja eigentlich genial, leider mischen zu viele Laien überall mit. Mich nervt, dass Hinz und Kunz irgendeine Website oder irgendeinen Onlineservice eröffnen können, unabhängig des Bedarfs und der Qualität. Das ist weder sinnvoll noch konsumentenfreundlich.

Sie haben also doch Angst vor der Konkurrenz?

Nein, denn beim virtuellen Fundbüro bleibe ich immer diejenige, die als Erste diese Idee verwirklichte und den Domainnamen Fundbuero.ch besitzt. Überhaupt, wenn es zu viele Online Fundüros gibt, wird die Sucherei ja dann wieder endlos. Ein Internetfundbüro hat nur dann Sinn, wenn es als Zentrale funktioniert.

Mit wie viel Umsatz rechnen Sie denn?

Das Internet Fundbüro wird wie die meisten neuen Projekte die ersten Jahre defizitär arbeiten. Ich gehe davon aus, dass es in etwa 2 Jahren kostendeckend läuft und ab dem 3. Jahr wahrscheinlich sogar Gewinn abwirft. Wenn dies zutrifft, wird das Geld in ein weiteres sinnvolles Projekt gesteckt. An guten Ideen fehlt es nicht!

Ich arbeite übrigens nicht nur des Geldes wegen, denn ich glaube an den buddhistischen Grundsatz: Der Weg ist das Ziel. Ich finde meinen Weg dermassen spannend, dass ich noch lange nicht am Ziel ankommen möchte.

Könnten Sie ohne das Internet leben?

Das wäre ja schlimm, wenn ich dies nicht könnte!